Dr. Merete Cobarg, Kunstwissenschaftlerin, Leiterin Kunstsammlung Neubrandenburg
Aus der Eröffnungsrede zum Kunstpreis der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe 2010
 

Ingmar Bruhn empfängt uns mit kraftvollen Gemälden in Raum 3. Sieben mittel- und großformatige Ölbilder und eine Arbeit auf Papier zeigen uns einen Vollblut-Maler, der große Farbflächen vielfältig zu modulieren weiß.

Um der Monumentalität der scheinbar dunklen Farbformationen entgegenzuwirken, sind die ausgesparten Randpartien wichtig, die Einblick in den Entstehungsprozess gewähren und darunterliegende Farbpartien auch in leuchtenden Farben preisgeben.

Ulrich Kavka beschreibt in seinem Katalogtext „Farbe über Farbe- die Genesis eines Malers“:

„die Tafelbilder von Ingmar Bruhn .(als). einen eigensinnigen Aufruhr von Farben, der Flächen und Räume mit elementarer Wucht aus ihrem statischen Gefüge zu drängen scheint. (als) Akkorde der furiosen Klangfelder und Formstrukturen“.

„Ganze Farbkonvolute, beinahe in verschwenderischer Fülle, landen scheinbar rasch auf der Leinwand, füllen zügig die Poren des Malgrundes, um schnell von der fragmentarischen Anlage zu jener Gestaltintensität zu gelangen, die ihm seine Absicht vorgezeichnet hat.“

Der Künstler selbst wiederum meint in seinen Anmerkungen:

„In meiner Arbeit ist mir die Umsetzung von Bildideen aus dem Bereich des „Bildes“ sowie der Kunst- und Zeitgeschichte wichtig. Ich versuche bildsprachlich zu arbeiten, wie bei den Tierbildern. Auch Landschaften spielen zeitweilig eine Rolle. Die Arbeiten sind meist auf Leinwand, oft großformatig, pastos mit Ölfarbe gemalt.“